Soziale Medien und das Wohlbefinden von Jugendlichen — Häufig gestellte Fragen

Plattformen

Welche sozialen Medien sind Teil der Studie?

Die spezifischen Plattformen werden in der Vorbereitungsphase anhand von Fokusgruppen mit der Zielgruppe festgelegt. Auf Basis aktueller Nutzungsdaten bei Schweizer Jugendlichen werden voraussichtlich Plattformen wie TikTok, Snapchat, Instagram und YouTube im Fokus stehen – also Plattformen, die Inhalte und Kontakte algorithmisch vorschlagen.

Gilt der Verzicht auch für Messaging-Dienste wie WhatsApp?

Nein. Reine Messaging-Dienste wie WhatsApp sind nicht Teil der Studie. Sie dienen primär der direkten Kommunikation, etwa für die Organisation von Vereinsaktivitäten, Berufswahl oder den Austausch mit Eltern – und eine Einschränkung wäre unverhältnismässig. Die Studie zielt auf Plattformen ab, die Inhalte und Kontakte algorithmisch vorschlagen.

Klassen und Schultypen

Wie viele Klassen werden insgesamt teilnehmen?

Das Gesamtziel liegt bei rund 150 Klassen über alle beteiligten Kantone. Die Klassen werden gleichmässig in drei Gruppen aufgeteilt: vorgegebene Social-Media-Pause (Top-Down), partizipative Social-Media-Strategien (Bottom-up) und Kontrollgruppe.  Wenn möglich, sollen innerhalb einer Schule alle drei Gruppen vertreten sein, um schulspezifische Einflussfaktoren konstant zu halten.

An welche Schultypen richtet sich die Studie?

Die Studie richtet sich an unterschiedliche Schultypen der Sekundarstufe 1 (z.B. Sekundarschule A/B/C, Real- und Bezirksschule, Oberstufe). Angestrebt wird eine möglichst repräsentative Abbildung der verschiedenen Leistungsniveaus, um die Generalisierbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. 

Teilnahme und Aufwand

Muss eine ganze Schule oder ein ganzer Schulstandort teilnehmen?

Nein. Einzelne Klassen können sich beteiligen, ohne dass dies andere Klassen derselben Schule betrifft. Die Teilnahme erfolgt auf Klassenebene als eigenständige Einheit.

Was passiert, wenn einzelne Klassen doch nicht teilnehmen möchten?

Die Teilnahme ist freiwillig, sowohl für Klassen als auch für einzelne Schülerinnen und Schüler. Klassen, die nicht teilnehmen möchten, können jederzeit ausgeschlossen werden, ohne dass dies die übrigen Klassen beeinflusst.

Kann sich eine Schule oder Klasse eine der Massnahmen aussuchen?

Nein. Teilnehmende Klassen werden per Losverfahren einer der drei Massnahmen (vorgegebene Social-Media-Pause, partizipative Social-Media-Strategien, Kontrollgruppe) zugewiesen. Um die Effektivität der Massnahmen verlässlich messen zu können, ist es notwendig, dass sich die Klassen und Lehrpersonen an die zugewiesene Massnahme halten.

Was geschieht, wenn einzelne Schülerinnen oder Schüler die vereinbarten Massnahmen nicht einhalten?

Einzelne Schülerinnen und Schüler, die sich nicht an die Massnahmen halten können oder wollen, gefährden weder die Klasse noch die Studie. Ob und wie gut der Verzicht geklappt hat, messen wir anhand einer Umfrage und der Bildschirmzeit, nicht durch gegenseitige Kontrolle unter den Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig dienen Erkenntnisse über die Nichteinhaltung der Entwicklung zukünftiger Massnahmen.

Gilt die Intervention auch ausserhalb der Schulzeit?

Ja. Die Studie ist bewusst so konzipiert, dass sie den gesamten Alltag der Schülerinnen und Schüler einbezieht – also nicht nur den Schulunterricht, sondern auch Freizeit, Vereine und andere soziale Kontexte. Ziel ist es, Veränderungen sowohl im schulischen Bereich (z. B. Schulnoten) als auch im allgemeinen Wohlbefinden zu erfassen. Dass einzelne Schülerinnen und Schüler die Massnahmen nicht vollständig einhalten, ist im Studiendesign berücksichtigt.

Wie gross ist der Aufwand für Lehrpersonen?

Der Aufwand ist bewusst gering gehalten: Lehrpersonen, die teilnehmen, lassen ihre Schülerinnen und Schüler über den Projektzeitraum drei kurze Befragungen während des Unterrichts ausfüllen (je ca. 15 Minuten). Die eigentliche Intervention nimmt eine Unterrichtslektion in Anspruch und wird von unserem Projektteam durchgeführt. Die Lehrpersonen sind nicht verantwortlich für die Kontrolle und Einhaltung der Massnahmen.

Eltern

Werden Eltern über die Studie informiert?

Ja, Eltern werden frühzeitig vor Studienbeginn schriftlich über Ziel, Ablauf und Inhalt der Studie informiert. Das Einverständnis erfolgt über ein Opt-out-Verfahren: Eltern, die nicht möchten, dass ihr Kind teilnimmt, können dies aktiv mitteilen. Gleichzeitig erwarten wir nicht von Eltern, dass sie die Einhaltung der Massnahme kontrollieren, da die Entscheidungen der Schülerinnen und Schüler selbst bei dieser Studie im Fokus stehen.

Zeitraum und Messung

Wie lange sollen Schülerinnen und Schüler ihre Social-Media-Nutzung verändern?

Die genaue Dauer wird anhand von Fokusgruppen-Interviews festgelegt. Ziel ist es, eine Dauer zu wählen, die einerseits lang genug ist, um messbare Effekte zu erzielen, und andererseits realistisch umsetzbar bleibt. Aktuell gehen wir von einer Dauer von ca. zwei bis vier Wochen aus. 

Warum werden auch Schulnoten erhoben?

Neben Schulnoten werden auch  subjektives Wohlbefinden oder Stress berücksichtigt, die wahrscheinlich direkter auf die Massnahmen reagieren. Schulnoten sind dennoch eine sinnvolle Ergänzung, weil sie weniger anfällig dafür sind, dass Schüler:innen in Befragungen Antworten geben, die sie für besonders wünschenswert halten. Die Kombination dieser Messungen erlaubt daher robustere Schlussfolgerungen. Zudem werden soziale Medien in der Forschung wiederholt mit sinkenden schulischen Leistungen in Zusammenhang gebracht, weshalb es wichtig ist, auch diesen Aspekt zu berücksichtigen.