Soziale Medien und das Wohlbefinden von Jugendlichen – ETH-Forschungsprojekt

Die ETH Zürich untersucht gemeinsam mit der Public Discourse Foundation, wie sich eine mehrwöchige Social-Media-Pause auf das Wohlbefinden von Jugendlichen auswirkt. Dafür suchen wir Lehrpersonen, die ab Sommer 2026 mit ihrer Klasse der Sekundarstufe 1 teilnehmen und damit aktiv dazu beitragen, effektive Massnahmen unter wissenschaftlicher Begleitung zu entwickeln.
Studienablauf
Geschulte Fachpersonen besuchen eine Unterrichtslektion und bereiten die Klasse auf eine mehrwöchige Veränderung ihrer Social-Media-Nutzung vor – innerhalb und ausserhalb der Schulzeit. Die Umsetzung erfolgt klassenweit, um den sozialen Druck und die Angst etwas zu verpassen, zu reduzieren. Teilnehmende Klassen werden zufällig einem dieser Ansätze oder einer Kontrollgruppe zugeteilt:
Ansatz 1: Partizipative Social-Media-Regeln
- Moderierte Klassengespräche über digitale Gewohnheiten
- Die Klasse entwickelt gemeinsam eine Strategie für eine gesündere Social-Media-Nutzung und setzt diese um
Ansatz 2: Vorgegebene Social-Media-Pause
- Einführung und Erklärung der Social-Media-Pause
- Schüler:innen deaktivieren Social-Media-Apps für mehrere Wochen
Das Ziel ist ein Vergleich der Ansätze in Bezug auf Akzeptanz, Umsetzbarkeit und Effekte auf Wohlbefinden.
Warum führen wir diese Studie durch?
In den letzten Jahren nahmen Einsamkeit, Stress, Schlafmangel und sinkende schulische Leistungen bei Jugendlichen zu. Social Media wird of als Ursache vermutet, jedoch fehlen fundierte Erkenntnisse zu wirksamen Gegenmassnahmen, insbesondere für unter 16-Jährige. Die ETH Zürich untersucht daher, wie sich eine Reduzierung der Social-Media-Nutzung auf Jugendliche auswirkt und welche Ansätze praktikabel und akzeptiert sind.
Was messen wir?
Wir erfassen, wie sich eine veränderte Social-Media-Nutzung unter anderem auf das Wohlbefinden, die Aufmerksamkeit, die Schlafqualität, die Bildschirmzeit und App-Nutzung, sowie auf Schulnoten auswirkt. Die Daten werden vor und nach der Intervention durch kurze Online-Umfragen erhoben, in denen Jugendliche ihre Erfahrungen mitteilen. Idealerweise finden die Umfragen während der Unterrichtszeit statt, sodass für die Jugendlichen kein zusätzlicher Zeitaufwand entsteht.
Warum teilnehmen?
Das Projekt befasst sich mit einer drängenden gesellschaftlichen Frage, die Schulen, Eltern und politische Entscheidungsträger:innen herausfordert. Es erarbeitet wissenschaftliche Erkenntnisse, die Entscheidungen zum Umgang mit Social Media gezielt unterstützen können. Neben der wissenschaftlichen Publikation entstehen praxisnahe Materialien und Empfehlungen, die Lehrpersonen, Schulen und Kantone direkt nutzen können. Die Studie wird zudem von «Jugend und Medien», der nationalen Plattform des Bundes zur Förderung von Medienkompetenz, befürwortet.
Bei Rückfragen: contact@public-discourse.org
Pädagogische Ziele (Lehrplan 21)
Die Studie unterstützt zentrale Kompetenzen des Medien- und Informatikbereichs im Lehrplan 21. Schüler:innen reflektieren ihren eigenen Umgang mit digitalen Medien, erkennen Chancen und Risiken der Nutzung und ziehen daraus Konsequenzen für ihr Verhalten. Sie lernen, Zusammenhänge zwischen digitalen und realen Lebensräumen zu verstehen und ihre Nutzung kritisch zu hinterfragen.
Haben Sie Fragen?
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen